Pin 3 und 11 auf AGP 8x Grafikkarten im PowerMac G4

pin3+11

Um Geld zu sparen und auch wegen der Verfügbarkeit flasht man gerne PC-Grafikkarten für die Nutzung im Mac um. AGP 8x Karten (wie die beliebte Radeon 9800 Pro) sind aber nach dem Flashen der Firmware noch nicht sofort mit jedem Mac kompatibel. Das liegt an folgendem:

Apple hat sich zu Zeiten der G4-Rechner eine neue Schnittstelle (und ein dazu passendes Kabel) zur Verbindung von Computer und Monitor ausgedacht: Den Apple Display Connector (ADC). Er vereint in einem einzigen Kabel das Video-Signal mit USB und Strom, sodass ein per ADC an den Mac angeschlossener Monitor kein weiteres Kabel benötigt. Die zusätzlichen Verbindungen erfolgen auf der Hauptplatine des Macs zum Teil über einen kleinen Zusatz-Slot direkt vor dem AGP-Steckplatz. Grafikkarten mit ADC-Schnittstelle haben dafür eine passende Ausformung auf der Platine, die dort hineinpasst. Aber auch auf dem AGP-Slot selbst hat Apple dafür Änderungen vornehmen müssen. Apple verwendete dafür zwei Pins (Pin 3 und 11), die bis dato von der AGP-Spezifikation nicht verwendet wurden. Später wurden aber die Pins aber dafür spezifiziert, AGP 8x einzuschalten. Steckt man nun in einen ADC-fähigen Mac eine AGP 8x Grafikkarte hinein, so fährt der Rechner nicht einmal mehr hoch.

Diese Grafikkarten sind AGP 8x kompatibel:
• GeForce 5200 oder später (und einige Geforce 4 MX Karten mit NV18 GPU und einige Geforce 4 Ti Karten mit NV28 GPU)
• Radeon 9200 oder später

Diese PowerMac G4 Desktops sind ADC kompatibel (quasi alle außer den Sawtooths):
• Cube
• Gigabit Ethernet
• Digital Audio
• Quicksilver
• Mirrored Drive Doors (MDD)
• Firewire 800

Hat man nun eine Kombination aus einem dieser Rechner und einer dieser Grafikkarten, so muss man Pin 3 und 11 auf der Grafikkarte deaktivieren, sonst fährt der Mac nicht hoch, wenn die Karte im AGP-Slot steckt.

Es gibt 3 Möglichkeiten, diese Pins zu deaktivieren:

1. Die Pins überkleben
2. Die dafür zuständigen Widerstände auslöten
3. Die Leitungen mit einem scharfen Messe (Cutter, Skalpell) durchtrennen

Eine sehr schön bebilderte Anleitung für alle drei Optionen findet man bei The Mac Elite (englisch). Ich habe mich bei zwei Grafikkarten für die 3. Lösung entschieden, da sie mir recht einfach erschien und nicht kaputtgehen kann (wie die Klebestreifen-Lösung). Man sollte aber höllisch aufpassen, nicht in die falsche Richtung zu schneiden und zu Schaben, denn fix wäre eine nebenliegende Leitung mit durchtrennt.

Noch „witziges“ Detail: Wenn ich eine unmodifizierte AGP 8x Karte in meinen ausgeschalteten PowerMac (Gigabit Ethernet, 2 x 450 MHz) hineinstecke, während er den Netzstecker drin hat, schaltet er sich wie von Geisterhand gesteuert ein, hängt sich aber sofort auf. Sind die Pins deaktiviert, bleibt er beim Einstecken ruhig und fährt dann auch sauber hoch.

Eine Antwort to “Pin 3 und 11 auf AGP 8x Grafikkarten im PowerMac G4”

  1. PowerMac G4 Gebastel (Radeon flashen etc.) | Compi Diaries Says:

    […] sofort danach. Ich erinnerte mich schwach an einen älteren (jetzt aktualisierten) Artikel von mir und richtig, es lag an den nicht deaktivierten Pins 3 und 11 auf der Grafikkarte. Nachdem […]

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